Plus-Energiehaus

Mitten in Frankfurt ist eines der innovativsten Geschosswohngebäude Europas entstanden: Das Aktiv-Stadthaus der ABG FRANKFURT HOLDING GmbH.

Die Partner der ABG im Projekt sind:
TU Darmstadt, Steinbeis-Transferzentrum, HHS Architekten und die Firma Hager. Das Demonstrationsvorhaben wird gefördert im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau des BMVSBS und des BBR.

Die ABG ist führend im Passivhaus-Geschosswohnungsbau. Das energieeffiziente Bauen entwickelt sich über den Passivhaus-Standard weiter hinaus. Das Ziel sind Gebäude, die über das Jahr bilanziert keine Energie von Außen benötigen oder sogar einen Überschuss erzeugen ("EnergiePlus-Haus", "Aktiv-Stadthaus" der ABG in Frankfurt am Main). Ein EnergiePlus-Haus bedeutet: guter Wärmeschutz, kontrollierte Lüftung und eine stromerzeugende Gebäudehülle.

Die EU-Gebäuderichtlinie fordert, dass die Mitgliedsstaaten ab 2021 nur noch Niedrigst- und fast Null-Energie-Neubauten zulassen. Das Aktiv-Stadthaus wird das Muster für städtische Mehrfamilienhäuser in EnergiePlus-Bauweise in Europa.

Das Ziel:
vom Energie verbrauchenden zum erzeugenden Gebäude. Das Gebäude gewinnt die Energie für seine Bewohner für Heizung, Dusche, Haushalt, Aufzug und sogar Autofahrten. Außerdem wird die Verknüpfung von Immobilie und Mobilität neu definiert. Die CO2-neutrale Mobilität wird durch das Gebäude gestellt.

Ziel der Stadt Frankfurt am Main:
Energieversorgung bis 2050 zu 100% aus Erneuerbaren Energien. Das ABG Aktiv-Stadthaus ist dabei wegweisend.

Nachfolgende Hinweise zum Konzept (Stand: Sommer 2013):
Das Mehrfamilienhaus mit 74 Wohnungen auf rund 6.500 m² geht gleich mehrere neue Wege:

Eine Wärmepumpe macht Wärme aus dem Abwasserkanal für Heizung und Warmwasser nutzbar. Eine hocheffiziente Photovoltaikanlage auf dem Dach und der Fassage erzeugt Strom, der in einer Batterie im Haus gespeichert wird. Daduch kann der Strom auch nachts genutzt werden. Über ein Display stellt jeder Mieter des Aktiv-Stadthauses den jeweiligen Energieverbrauch selbst fest und setzt diesen Wert in Relation zur aktuellen Gebäude-Stromerzeugung. Abgerundet wird das Konzept durch ein Carsharing-Angebot mit Elektrofahrzeugen für die Mieter. Die Fahrzeuge erhalten den zum Fahren benötigten Strom aus der Batterie des Gebäudes.

Abb. Gebäudeenergiekonzept (vereinfachte Darstellung, nach EGS-plan)

Das Dach und die Fassade des Gebäudes werden mit Solarzellen (Photovoltaik) zur Stromerzeugung belegt. Auf dem Dach kommen ca. 1.000 Hocheffizienzmodule und an der Fassade 330 Module zum Einsatz.

Eine zentrale Herausforderung der Energiewende ist der Abgleich der schwankenden Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenanlagen mit dem Bedarf der Verbraucher. Aktuell werden Ansätze zum Abgleich der Schwankungen im Haus, in der Stadt/Region oder auf der Bundes-/EU-Ebene verfolgt. Das Aktiv-Stadthaus zeigt, wie ein Abgleich bereits im Haus erfolgt. Dafür ist das Gebäude mit einem großen Stromspeicher (Batterie) ausgestattet.

Über zukünftige Heizkosten-Steigerungen durch teure Energieimporte müssen sich die Bewohner des Aktiv-Stadthauses keine Sorgen machen. Zunächst ist der Energiebedarf zum Heizen aufgrund des sehr guten Wärmeschutzes gering. Das Heiz- und das Warmwasser werden mit einer Wärmepumpe erzeugt. Als weitere Besonderheit des Energiekonzeptes wird die Wärme im Abwasserkanal in der Straße genutzt, um die Effizienz der Wärmepumpe zu steigern. Wie funktioniert das? Eine Wärmepumpe kann dem Erdreich, der Luft oder dem Wasser Wärme entnehmen. Dieser Wärmegewinn wird durch einen Verdichter in der Wärmepumpe auf eine höhere Temperatur "angehoben". Die Temperatur ist für die Heizung oder die Dusche ausreichend. Beim Aktiv-Stadthaus gewinnt die Wärmepumpe aus dem ständig fließenden Abwasser im Kanal Wärme. Der Strom, der für den Verdichter verwendet wird, kommt aus den Solarzellen vom Gebäudedach und der Gebäudefassade.

Auch im Mobilitätsangebot setzt das Gebäude Maßstäbe. Das Gebäude ist in unmittelbarer Nähe zum Frankfurter Hauptbahnhof, dem zentralen deutschen Verkehrsknotenpunkt. Die Möglichkeiten zur Nutzung des ÖPNV sind daher hervorragend. Ergänzend werden in einer modernen Stadt auch individuelle Fahrzeuge intelligenter genutzt. Gebäudemieter, Nachbarn und Gewerbetreibende teilen sich zum Beispiel Fahrzeuge. Es ist bekannt, dass Carsharing erheblich zur Umweltentlastung und Senkung des Parkdrucks beitragen kann. Aber es ist auch billiger und komfortabler: Die Kosten für die Anschaffung sowie der Aufwand für die Haltung und Wartung entfallen und die Suche nach einem Parkplätz gehört der Vergangenheit an. Die ABG ist auch hier engagiert: sie ist am größten Carsharing-Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet, der Firma book-n-drive, beteiligt. Für die Mieter des Aktiv-Stadthauses stehen im Erdgeschoss mehrere Elektrofahrzeuge bereit, die über book-n-drive gebucht werden können. Mit diesen Elektrofahrzeugen können die Mieter und Anwohner mit Erneuerbaren Energien fast geräuschlos Auto fahren. Der Strom für die Elektrofahrzeuge stammt überwiegend aus der Batterie des Gebäudes. Die Reichweite von Elektrofahrzeugen liegt derzeit bei rund 150 km. Für längere Fahrten stehen in der Nähe ausreichend book-n-drive Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben zur Verfügung.

Damit die Solarzellen ausreichend Strom auch für den Strom für Herd, Fernseher, Computer und Fön bereitstellen können, müssen energiesparende Geräte verwendet werden. Um das sicher zu stellen, hat die ABG die Wohnungen mit Geräten in A+++ Qualität  ausgestattet.

Im Aktiv-Stadthaus Konzept spielt der Bewohner eine zentrale Rolle. Sein Verhalten ist ein wichtiger Faktor bei der Reduktion des Energieverbrauchs. Der Bewohner soll sensibilisiert werden und sein Verbrauchsverhalten bedenken. Mit Displays in jeder Wohnung erhält jeder Mieter eine Übersicht der im Gebäude gewonnenen Energie und des eigenen Energieverbrauchs. Nach Möglichkeit sollte der Bewohner sein Verbrauchsverhalten an die Stromerzeugung angleichen. Die Batterie sorgt dafür, dass aber auch dann Strom bereit steht, wenn die Sonne nicht scheint. Zur Einschränkung des Wohnkomforts kommt es nicht.

Abschließender Baustein des innovativen Aktiv-Stadthaus Konzepts ist eine Ökobilanz über die Lebensdauer des Gebäudes, die sogenannte Lebenszyklusanalyse. Die Berechnungen ergeben durch den Energiegewinn im Gebäudebetrieb ein leicht negatives Treibhauspotenzial. Im  Gegensatz zu konventionellen Gebäuden steigen die Emissionen im Gebäudebetrieb nicht weiter an. Verglichen mit einem konventionellen Gebäude kompensiert das Aktiv-Stadthaus die Mehremissionen der Gebäudekonstruktion schon in einem Jahr.

Kontakt:
Bernd Utesch
Telefon 069 213 84101
Mail: b.utesch@abgnova.de


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