Virtuelles Kraftwerk

Erneuerbare Energien sollen in Zukunft immer stärker zu einer Alternative zur Energieerzeugung im Großkraftwerk werden. Dazu sind wichtige strukturelle Änderungen, hin zu dezentralen Energieversorgungs-Infrastrukturen notwendig. Energie sollte „erzeugt“ werden, dort wo und genau dann, wenn sie gebraucht wird.

Die ABG FRANKFURT HOLDING und die Mainova AG treiben gemeinsam die Energiewende voran. Dafür haben sie Frankfurts erstes Virtuelles Kraftwerk mit BHKW gestartet.

Im Verbund eines Virtuellen Kraftwerks wird die schwankende Stromerzeugung von Erneuerbaren Energien ausgeglichen. Erst durch das Virtuelle Kraftwerk werden Erneuerbare Energien so zu einer echten Alternative, die die in Deutschland gewohnte Versorgungssicherheit gewährleisten kann.

Die Bausteine eines Virtuellen Kraftwerks sind durchaus real. Eigentlich müsste man treffender von einem "Virtuellen Großkraftwerk" sprechen. Durch den Zusammenschluss vieler kleiner Erzeuger bündelt man nämlich große Stromerzeugungskapazitäten wie bei einem virtuellen Großkraftwerk. So können Virtuelle Kraftwerke bei ausreichender Größe sogar Atomkraftwerke ersetzen.

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Grafik: Energiewende: Virtuelle Kraftwerke ersetzen Atomkraft

Beim Start des Virtuellen Kraftwerks vernetzten die ABG und die Mainova zunächst zehn BHKW in verschiedenen Liegenschaften der ABG mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik. Die hocheffizienten, gasbetriebenen Kleinmotoren der Kraftwerke produzieren gleichzeitig Strom und Wärme. Bislang erzeugten sie den Strom dann, wenn im Haus Wärme benötigt wird. Zunächst soll eine zentrale Steuerung die Leistungen der einzelnen Anlagen bündeln und sie aufeinander abstimmen.

Das Virtuelle Kraftwerk von ABG und Mainova hebt sich von den Ansätzen von Wettbewerbern auch dadurch ab, dass es ermöglicht, bestehende BHKW in das Netzwerk einzubinden, unabhängig von Hersteller, Typ und Baujahr. In Frankfurt gibt es nach Recherchen des Energiereferats Frankfurt rund 250 BHKW mit einer Gesamtsumme an elektrischer Leistung von ca. 25 MW, diese könnten in das virtuelle Kraftwerk integriert werden. BHKW's haben den Vorteil, dass sie hocheffizient Wärme und Strom erzeugen und mit Bioerdgas versorgt werden können.

Durch die zentrale Steuerung der BHKW soll die Erzeugung der Wärme möglichst auf die Zeiten verschoben werden, wenn Strom im Netz benötigt wird. Diese zeitliche Entkoppelung  erfolgt durch die Warmwasserspeicher. Die Wärmeversorgung des Mieters wird nicht beeinträchtigt.

Das Virtuelle Kraftwerk der Mainova und ABG soll wachsen. Neben BHKW anderer Betreiber können zukünftig Stromverbraucher wie Wärmepumpen, Lüftungsanlagen usw. in den Verbund aufgenommen werden. Die Elektromobilität ermöglicht es, zukünftig mit Erneuerbaren Energien auf der Straße zu fahren. Elektrofahrzeuge sollten jedoch dann geladen werden, wenn die Erneuerbaren Energien zur Verfügung stehen, wenn der Wind weht und die Sonne scheint. Die Einbindung von Stromtankstellen in das Virtuelle Kraftwerk stellt das sicher. Allerdings macht die Strompreisentwicklung (auch die Differenz zwischen Peak- und Base-Preis) die Steuerung von dezentralen Stromerzeugern nach der Zeit zunehmend unwirtschaftlich.

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Grafik: Energiewende: Das Virtuelle Kraftwerk kombiniert dezentrale Blockheizkraftwerke, Elektrofahrzeuge, Verbraucher und Erneuerbare Energien

Für nähere Informationen steht Ihnen Herr Bernd Utesch gerne zur Verfügung.

 

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